Geschäftsführer Sascha Kaulen nannte es „das Ende einer Ära“: Bei der Generalversammlung der St. Sebastianus Bruderschaft Schiefbahn trat der 2. Brudermeister Werner Braun nicht mehr zur Wahl an. Seine Schützenzeit in Zahlen: 50 Jahre Mitgliedschaft in der Schiefbahner Bruderschaft, davon 37 Jahre als Mitglied im Vorstand und zwölf als 2. Brudermeister. „Ein halbes Jahrhundert – das ist eine Lebensleistung. Du hast in der Bruderschaft unglaublich viel geleistet“, würdigte Kaulen die Arbeit Brauns – der zudem seit Jahren mit für die Betreuung der Schießanlage verantwortlich ist. Das sahen die 243 anwesenden Schützen in der Kulturhalle genauso und dankten Braun mit standing ovations. „Es war eine sehr lange Zeit, aber ich möchte kein Jahr missen“, so Braun in seiner Abschiedsrede. Jedes Königshaus, das er erlebt habe, sei „in sich einzigartig“ gewesen und 2019 das Schützenfest selbst zu leiten, „war ein tolles Erlebnis.“ Jetzt wolle er noch einige Jahre mit seinem Jägerzug „Hallo, Freunde“ als ganz normaler Schütze am Schützenfest teilnehmen, so Braun. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Pressewart der Bruderschaft, Gereon Hogenkamp, einstimmig gewählt und erhielt von Braun die silberne Amtskette.
Werner Braun hatte die Generalversammlung noch eingeleitet. Vor den Vorstandswahlen hatte dabei Geschäftsführer Sascha Kaulen den Bericht über das Jahr 2025 vorgelegt. Einige Punkte: Das Schützenfest im Juni 2025 war mit der veränderten Struktur ein voller Erfolg. Das bezog sich vor allem auf den Freitagabend, an dem die Schützen und die Musikkapellen zuerst auf dem Hubertusplatz eine open air-Musikpräsentation durchgeführt hatten. Danach waren sie zur Party unter dem Motto „Schiefbahn feiert Mallorca“ mit Stargast Anna-Maria Zimmermann in das Festzelt gezogen. Auch die anderen Tage waren trotz teils großer Hitze erfolgreich verlaufen, so Kaulen – das habe die Manöverkritik nach dem Fest gezeigt. Schatzmeister Torsten Fimmers informierte die Schützen – nur zur internen Information – über die finanziellen Aspekte der Bruderschaft. Er appellierte an die Schützen, in ihrem Umfeld dafür zu werben, auch Nicht-Schützen zu den Bruderschaftsveranstaltungen (Schützenfest und Oktoberfest) einzuladen.
Gereon Hogenkamp (mi.li.) wurde als Nachfolger von Werner Braun (rechts von ihm) zum neuen 2. Brudermeister der St. Sebastianus Bruderschaft Schiefbahn gewählt. Außerdem gab es bei der Generalversammlung in der Kulturhalle zahlreiche Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft.
(Bild: St. Sebastianus Bruderschaft Schiefbahn / Nadia Joppen)
Der Bericht der Kassenprüfer ergab keine Beanstandungen und die Schatzmeisterei sowie der gesamte Vorstand wurden einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen entlastet. Alle weiteren Wahlen waren Wiederwahlen: Torsten Fimmers (Schatzmeister), Thomas Titze (1. Schriftführer), Thomas Busch (2. Kassierer) sowie die Beisitzer Paul Berger, Ralf Janßen und Dirk Linzen.
Außerdem berichtete Schatzmeister Fimmers über die finanzielle Situation der Aktion „Schützen helfen“, ein Projekt, das die Schiefbahner mit der St. Johannes Bruderschaft Niederheide durchführen. 2025 wurden 1700 Euro an hilfsbedürftige Mitbürger bzw. auch für Projekte an den Grundschulen vergeben. „Wenn ihr Mitbürger kennt, die Hilfe benötigen, meldet uns das. Weder Anfragen noch Namen werden bekanntgegeben – nur ein ganz kleiner Kreis berät darüber“, appellierte Fimmers. Nach ihm berichtete der neue Jungschützenmeister Felix Hannen über das Jahr der Jungschützen – auch dies war mit Tanz in den Mai, Ausflügen, Betreuung der mittlerweile 41 Tellschützen und anderen Aktivitäten erfolgreich.
Zum Schluss ging es um die Zukunft: Das diesjährige Schützenfest (19. bis 22. Juni) wird in den vor drei Jahren entwickelten Strukturen verlaufen, so Platzmajor Uli Heinen. Neu ist das Motto der Party am Eröffnungsabend: „Schiefbahn feiert Kölle“ mit den Räubern, den Klüngelköpp und DJ Aaron. Beim Oktoberfest treten wieder die „Albfetza“ auf – der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen.
Unter Verschiedenes warb der frisch gewählte 2. Brudermeister Hogenkamp ebenfalls um mehr Beteiligung der Schützen bei den Veranstaltungen – mit einen anderen Aspekt: „Diese Feste stärken unsere Gemeinschaft. Gerade in unruhigen Zeiten gibt die Bruderschaft allen eine Heimat “.
Nach der Versammlung war dann noch Zeit für das gemeinsame Erbsensuppen-Essen in der Kulturhalle.
Info: Ehrungen
Bei der Versammlung wurden auch langjährige Schützen geehrt:
25-jährige Mitgliedschaft: Dieter Alberg, Christoph Empt, Marcel Gormanns, Christian Heller, Matthias Kaulen und Jens Schefller
40-jährige Mitgliedschaft: Franz Zlobinski, Wolfgang Akkermann, Georg Flack, Thomas Busch, Ulrich Heinen, Ralf Schwartz, Ralf Dilk, Wolfgang Ditzen, Frank Göllner, Horst Wasser, Andreas Schwartz, Bruno Post, Klaus Rieger, Arno Schilling, Ralf Juntermanns, Dirk Lenders
50-jährige Mitgliedschaft: Werner Braun, Andreas Ullmann, Hans Brocker, Heinz Coppus, Josef Damas, Franz Josef Einköther, Thomas Engels, Ludwig Flatters, August Görgens, Hans Willi Hebben, Günter Kirchkamp, Hans Kremers, Hans Peter Lindenau, Josef Mertes, Andreas Schilling,
60-jährige Mitgliedschaft: Toni Hausmann, Manfred Köntges, Helmut Schmitz
Das Silberne Verdienstkreuz des Bundes der historischen Schützenbruderschaften erhielten Hans-Jörg Peters und Michael Beckers.
Torsten Fimmers wurde mit dem Hohen Bruderschaftsorden ausgezeichnet.
